Lerntypen · auch: abstrakt-verbaler oder kognitiver Lerntyp

Intellektueller Lerntyp: Anzeichen, übliche Tipps — und was davon wirklich hilft

Illustration: Student mit Brille sitzt mit einem Heft voller Herleitungen auf dem Knie und denkt nach

Lernt angeblich am besten über den Verstand — durch Logik, Herleitungen und Zusammenhänge.

Kurz vorweg: Ein eigener „Lerntyp“ im Sinne eines Sinneskanals, der dich besser lernen lässt, ist wissenschaftlich nicht belegt — dazu gleich mehr. Was an der Beschreibung trotzdem echt ist, steht weiter unten.

Typische Anzeichen

Diese Punkte werden dem intellektuelle Lerntypn üblicherweise zugeschrieben. Erkennst du dich in mehreren wieder, heißt das vor allem: Du hast eine Vorliebe — nicht, dass du dadurch anders lernen solltest als alle anderen.

Die übliche Empfehlung

Zusammenhänge herleiten, Systeme durchdringen, Regeln statt Einzelfälle lernen, Prinzipien vor Details verstehen.

Das Körnchen Wahrheit

Elaboratives Nachfragen und Selbsterklärung

Dieser vierte Typ fällt bei Vester ohnehin aus der Reihe: Die anderen drei sind Sinneskanäle, dieser ist eine Denkweise. Interessanterweise sind die zwei Techniken, die am ehesten zu diesem Typ passen würden — elaboratives Nachfragen („Warum ist das so?“) und Selbsterklärung — bei Dunlosky und Kollegen (2013) tatsächlich mit „mittlerer Wirksamkeit“ bewertet. Das ist mehr, als Markieren oder Wiederlesen erreichen — aber immer noch weniger als Abrufen und verteiltes Wiederholen.

Was wirklich hilft

Nach dem Warum zu fragen und Zusammenhänge herzuleiten, ist eine solide Gewohnheit — sie funktioniert nur besser in Kombination, nicht als Ersatz für die beiden wirksamsten Techniken. Am meisten bringt es, sich selbst zu fragen „Warum gilt das?“ und die Antwort dann ohne Skript aus dem Kopf zu rekonstruieren — und das über mehrere Tage verteilt zu wiederholen, statt an einem Abend durchzudenken.

Die beiden Techniken dahinter — sich selbst abfragen und den Stoff über mehrere Tage verteilen — erklären wir ausführlich und mit Quellen auf unserer Seite zu aktivem Erinnern und zu Spaced Repetition.

Statt eines Etiketts: Unser Test fragt nicht nach Sinneskanälen, sondern nach deinem tatsächlichen Lernverhalten — und zeigt dir die eine Stelle, an der bei dir am meisten Zeit liegen bleibt.

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Häufige Fragen

Bin ich ein intellektueller Lerntyp?

Wenn du Zusammenhänge und Begründungen brauchst, bevor dir etwas hängen bleibt, hast du diese Neigung — sie ist bei vielen Studierenden stark ausgeprägt, gerade in Fächern mit viel Systematik. Ein eigener „Lerntyp“ im Sinne eines Sinneskanals ist das aber nicht, da Logik kein Wahrnehmungskanal ist.

Sind elaboratives Nachfragen und Selbsterklärung wirklich wirksam?

Ja, mit Einschränkung: Dunlosky und Kollegen (2013) bewerten beide Techniken mit „mittlerer“ Wirksamkeit — besser als Markieren oder Wiederlesen, aber schwächer als Selbstabfragen und verteiltes Wiederholen, die als einzige die höchste Stufe erreichen.

Ist der intellektuelle Lerntyp wissenschaftlich belegt?

Als eigenständiger, von den drei Sinneskanälen unabhängiger „Typ“ nein — auch hier fehlt die Evidenz, dass eine bevorzugte Denkweise automatisch zu besseren Lernergebnissen führt, wenn der Unterricht entsprechend aufbereitet ist. Mehr dazu auf unserer Übersichtsseite zu den Lerntypen.

Die anderen Lerntypen

Quellen und die vollständige Einordnung der Lerntypentheorie: Lerntypen — was die Forschung wirklich sagt.